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Anwendungsentwicklung in Münster

Hier war die Aufgabenstellung ganz anders. Aber aufgrund meiner Ausbildung passte ich gut in den Anwendungsbereich für Dialoganwendungen. Schwerpunkte waren die KSB-Systeme wie GA und KAD, die Anfang der 80er Jahre einen rasanten Aufschwung nahmen. In der Zeit habe ich viele Beratungsgespräche in den verschiedensten Sparkasse geführt und die Technologien der verschiedenen Systeme vorgestellt. Die Präsentationen beschränkten sich nicht nur auf Westfalen. Bereits 1980 gab es eine Kooperation (besser gesagt eine stille Übernahme) zwischen dem hessischen und westfälischen Rechenzentrum. Die Übernahmen der Eigenanwender in die RZ-Anwendung wurden auch für Hessen betreut. 
Eine weitere grundlegende Entwicklung startete mit dem Aufbau von dezentralen Anwendungen für die computer unterstützte Sachbearbeitung. Die Maschinen für das distributed Dataprocessing mit den Systemen der 4300 Klasse kamen auf den Markt. Damit sollte eine neue Generation der Datenverarbeitung eingeläutet werden. Die Anwendungen standen zwar nur ganz rudimentär zur Verfügung, aber der Vertrieb von IBM drängte mit Macht auf die Entwicklung, da der Terminalmarkt im Kassenbereich gesättigt war und weitere Arbeitsplätze nur mit dem Angebot von Sachbearbeitungsunterstützung verkauft werden konnte. In meiner Aufgabenstellung als Leiter dezentrale Systeme war ich in die Verkaufsverhandlungen mit der IBM eingebunden und mir wurde ganz anders, als ein Rahmenvertrag über insgesamt 30 Maschinen mit einem durchschnittlichen Verkaufswert von 500.000 DM abgeschlossen wurde. Ich war mir nicht so sicher, ob zum Einen der Weg der richtige und zum anderen der Markt bei den Sparkassen gegeben war, zumal die Anwendungen noch lange nicht in der gewünschten Form vorhanden waren. Entwicklungstechnisch (von Seiten des RZ) war ich damals so ziemlich alleine unterwegs. In Arbeitskreisen aus Mitarbeitern des hessischen und westfälischen Verbands und teilweise Sparkassenvertretern, war es manchmal schwierig, organisatorischen Anforderungen mit technischen Möglichkeiten zu verbinden. In diese Zeit fällt die Entwicklung von personen- und vertragsbezogenen Datenbankanwendungen, die ihre erste Hochzeit mit der stufenweise Bereitstellung von SKISS fanden.
1985 hatte ich durch einen groß angelegten Belastungstest nachgewiesen, dass die dezentralen Maschinen für eine derartige Aufgabenstellung nicht geeignet waren. Die Responsezeiten für eine Dialogabwicklung war ab einer gewissen Größenordnung nicht mehr tragbar, so dass insbesondere für den Einsatz in den Großsparkassen mit einer Vielzahl von Beraterplätzen, ganz andere Leistungsklassen gefragt waren. Die Idee war richtig, aber der technische Weg erforderte ein ganz andere Basis.
In dieser Zeit hatte mich die Sparkasse Werne zu einem Beratungsgespräch angefordert. Es sollte eine automatisierte Textverarbeitung angeschafft werden und mein technischer Rat war gefragt. Das Thema war insofern etwas schwierig, da sich ab-zeichnete, dass Spezialmaschinen wie die IBM 6580 durch eine neue allround-Technologie abgelöst würde. Meine Empfehlung lautete daher abwarten, obwohl die Anforderungen vorhanden waren. Ganz überraschend traf mich am Schluss des Gesprächs die Frage, ob ich mir nicht vorstellen könnte, Orgaleiter in Werne zu werden. Umso überraschender war für mich ein unerwartetes Treffen mit Herrn Dresen nach ca. 6 Wochen freitagabends bei Bülhoff, als er mir offenbarte, dass er den Stellenplan geändert hätte und ich jetzt anfangen könnte. Das waren jetzt Neuigkeiten, für die ich meine Frau natürlich wachmachen musste. Nach einigen Überlegungen und Rechnungen (das Gehalt passte zwar immer noch nicht, aber die Fahrerei und die erwartete regelmäßige Arbeitszeit waren ganz wichtige Aspekte), sprachen dann für diesen Schritt, den ich bis heute nicht bereut habe.

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